Eingewöhnung

Die Eingewöhnungszeit bei den Gänseblümchen

Auch wir Erwachsenen reagieren mit Unbehagen auf neue und unbekannte Umgebungen. Besonders wenn wir dort auch noch niemanden kennen. Wie schön wäre ein bekanntes Gesicht, ein herzlicher Zuspruch –„Ich denk an dich!“. Wieso sollten ausgerechnet kleine Kinder cool und unbeeindruckt die Trennung von Mutter oder Vater hinnehmen und sich in die Arme einer unbekannten Doris oder Tanja oder eines Tims stürzen und fröhlich „Tschüss“ winken?!

Deshalb habe ich, wie im Kindergarten, eine Eingewöhnungszeit für die Kleinen.

Gerade Kinder, die das erste Mal von den Eltern getrennt sind, sollen sehr behutsam an die neue Umgebung gewöhnt werden.

Das Kind braucht am Anfang dieses neuen Lebensabschnittes also vor allem zwei Dinge: die Begleitung einer Vertrauensperson und Verlässlichkeit.

Zu Beginn sollte das Kind ca. 2 Stunden in Begleitung der Bezugsperson zu mir kommen. Im Erstgespräch wird besprochen welche Gewohnheiten das Kind hat, wie lange die Eingewöhnungszeit sein wird (mindestens 2 Wochen). Es wird vereinbart welche Bezugspersonen (max. 2 Personen) in der begleitenden Phase beim Kind bleiben. Die begleitende Eingewöhnungszeit dauert mindestens eine Woche. Die Bindungsperson soll in dieser Anfangszeit dem Kind Vertrauen und Sicherheit geben und bei Verlustängsten dem Kind tröstend zur Seite stehen.In den folgenden Tagen verlängert sich die Eingewöhnungszeit schrittweise.


Anfangs übernimmt noch die Bezugsperson das Windeln, Füttern und Anziehen etc. Ab dem 5. Tag beginnt die Bezugsperson zeitweise abwesend zu sein, z.B. im Nebenraum oder zu einem kurzen Spaziergang. Sie sollte aber schnell erreichbar sein und in kurzer Zeit wieder anwesend sein können.

Stresssituationen im Alltag der Familie sollten in der Eingewöhnungszeit unbedingt vermieden werden (Umzug, Trennung, etc.). Ich finde es gut, wenn das neue Kind da ist und miterlebt wie die anderen Kinder eintreffen.

Um das Eingewöhnen zu erleichtern sind Tröster hilfreich z.B. Kuscheltiere oder das Lieblingsspielzeug.

Ein Kind ist eingewöhnt, wenn es Vertrauen zu der Tagesmutter gefasst hat, sich von ihr trösten lässt und mit den anderen Kindern spielt.

 Ablösungsprozess

Zum dritten Geburtstag Ihres Kindes steht regulär der Wechsel in die Kita an. So schön die Zeit bei den Gänseblümchen auch war, nun steht ein neuer Abschnitt an und ich werde versuchen den Abschied so behutsam wie möglich zu gestalten. Dies soll unter anderem mit Folgendem erreicht werden:

  • die neue Umgebung (z.B. der Kindergartenplatz) wird gemeinsam mit den anderen Kindern besucht und erkundet,
  • Abschiedsfest mit Erinnerungsgeschenk,
  • Besuche des Kindes am neuen Ort und Briefkontakt,
  • Ende der Betreuung mit Beginn der Ferienzeit verbinden.

Der Ablöseprozess wird ca. vier Wochen in Anspruch nehmen. Da die Kita „Blausternchen“ in unmittelbarer Nähe ist, werden vermutlich die meisten Kinder dort hingehen. Deshalb versuchen wir einen engen Kontakt zu dieser Kita herzustellen und mit den Kindern gelegentlich zu besuchen. So lernen die Kinder den Kindergarten kennen.

Wir schauen uns oft gemeinsam Bücher über Kindergärten an, singen Abschiedslieder und hören Kindergartenlieder von Rolf Zuckowski und Detlev Jöcker. Wir feiern ein großes Abschiedsfest. Das Kind erhält ein Erinnerungsgeschenk und bekommt ein aktuelles Gruppenfoto. Außerdem bekommt das Kind den Ordner mit seinen Basteleien und gemalten Bildern.

In dieser Zeit ist es ratsam das Kind schon öfter mal als Mittagskind abzuholen. Wenn es sich vereinbaren lässt, könnte der Ablöseprozess mit dem Beginn der Ferienzeit enden. Durch die lange Pause hat das Kind einen leichteren Start in die Kindergartenzeit.

Auch nach der Trennung werden wir den Kontakt durch Geburtstagsgrüße und gelegentliche Besuche halten.